Forschung

Lokale Anpassung bei phoretischen Milben

Poecilochirus mites on a Nicrophorus burying beetleOrganismen passen sich an ihre Lebensräume an. Sollten die Umweltbedingungen für verschiedene Populationen einer Art dabei variieren, werden die Populationen unterschiedlichen Selektionsdrücken ausgesetzt und können sich lokal anpassen. Diese Effekte können bei symbiotischen Organismen besonders stark ausgeprägt sein, weil diese sich zusätzlich noch lokal an ihre Symbionten anpassen.  In unserem Projekt untersuchen wir lokale Anpassungen der Milbe Poecilochirus carabi, welche in Symbiose mit Totengräberkäfern der Gattung Nicrophorus lebt. Wir wollen dokumentieren, wie stark und in welchen Faktoren Populationen der Milben sich unterscheiden, und in wie fern die Merkmale der Populationen an Umweltbedingungen bzw. die Symbionten angepasst sind. Das Projekt wird vom Innovationsfonds der Universität Freiburg und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

http://dfg.de/zentralablage/bilder/service/bildarchiv/dfg_schriftzug/dfg_logo_schriftzug_blau_458_75.jpg

 

Erkennung bei Blattschneiderameisen

Acromyrmex workers

Kommunikation ist ein wichtiges Mittel zur Koordination in Gruppen und Gesellschaften. Das ist nicht nur bei Menschen so, sondern auch bei sozialen Insekten: Bienen, Wespen, Ameisen und Termiten.

Ich untersuche die Kommunikation bei einer der auffälligsten Artengruppen der Neotropen: den Blattschneiderameisen. Kolonien dieser Arten können Millionen von Arbeitern umfassen, die in komplizierter aber fein abgestimmter Arbeitsteilung einen Pilz züchten, von dem sie sich ernähren. Mein besonderes Augenmerk gilt dem Erkennen von Eindringlingen zur Verteidigung des Nestes, und wie manche Eindringlinge, spezialisierte Sozialparasiten der Art Acromyrmex insinuator, die Erkennungssysteme ihrer Wirte (Acromyrmex echinatior) umgehen können. Für meine Forschung führe ich viele Verhaltensexperimente durch, oft gekoppelt mit genetischen und chemischen Analysen. Meine Projekte werden vom Deutschen Akademischen daad-logoAustauschdienst gefördert.

Nehring, V., Dani, F.R., Turillazzi, S., Bohn, H., Klass, K.-D.,  d’Ettorre, P. (2016): Chemical disguise of myrmecophilous cockroaches and its implications for understanding nestmate recognition mechanisms in leaf-cutting ants BMC Ecol. 16: 35. do: 10.1186/s12898-016-0089-5

Nehring, V., Dani, F.R., Turillazzi, S.; Boomsma, J.J., d’Ettorre, P. (2015): Integration strategies of a leaf-cutting ant social parasite. Anim. Behav. 108: 55-65. doi:10.1016/j.anbehav.2015.07.009

Larsen, J., Fouks, B., Bos, N., d’Ettorre, P., Nehring, V. (2014):  Variation in nestmate recognition ability among polymorphic leaf-cutting ant workers. J. Insect Physiol. 70, 59–66. doi:10.1016/j.jinsphys.2014.09.002

Nehring, V., Boomsma, J.J. & d’Ettorre, P. (2012): Wingless virgin queens assume helper roles in Acromyrmex leaf-cutting ants. Curr. Biol. 22: R671-R673. doi:10.1016/j.cub.2012.06.038 (press release)

Nehring, V., Evison, S.E.F, Santorelli, L.A., d’Ettorre, P. & Hughes, W.O.H. (2011): Kin-informative recognition cues in ants. Proc. R. Soc. Lond. B 278: 1942-1948. doi: 10.1098/rspb.2010.2295 (pdf | Presseerklärung)

Fouks, B., d’Ettorre, P. & Nehring, V. (2011): Brood adoption in the leaf-cutting ant Acromyrmex echinatior : Adaptation or recognition noise? Insect. Soc. 58: 479-485. doi: 10.1007/s00040-011-0167-9. (pdf)

Larsen, J., Fouks, B., Bos, N., d’Ettorre, P., Nehring, V. (2014):  Variation in nestmate recognition ability among polymorphic leaf-cutting ant workers. J. Insect Physiol. 70, 59–66. doi:10.1016/j.jinsphys.2014.09.002

Nehring, V., Dani, F.R., Turillazzi, S.; Boomsma, J.J.; d’Ettorre, P. (2015): Integration strategies of a leaf-cutting ant social parasite. Anim. Behav. 108: 55-65. doi:10.1016/j.anbehav.2015.07.009

 

Wirtswahl phoretischer Milben

Milben der Gattung Poecilochirus lassen sich von Totengräbern (Käfer der Gattung Nicrophorus) transportieren (Phoresie). Die Käfer ziehen ihren eigenen Nachwuchs an kleinen Wirbeltieraasen groß, und bieten den Milben so eine sichere Ressource für die eigene Fortpflanzung. Man kann die Milben zwar auf verschiedenen Totengräberarten finden, allerdings hat jede Milbe eine bevorzugte Käferart, welche die jeweils besten Bedingungen für die Fortpflanzung der Milbe schafft.

Die Milben können die Eignung der Käfer an deren Geruch erkennen, und ich untersuche die sensorische Ökologie der Milben und die Duftstoffe, welche die Milben zur Unterscheidung verschiedener Käferarten verwenden. Das Projekt wird gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Wissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg.

Logo Wissenschaftliche Gesellschaft Freiburgdaad-logo

Kommentare sind geschlossen.