Lokale Anpassung bei phoretischen Milben

Poecilochirus mites on a Nicrophorus burying beetleOrganismen passen sich an ihre Lebensräume an. Sollten die Umweltbedingungen für verschiedene Populationen einer Art dabei variieren, werden die Populationen unterschiedlichen Selektionsdrücken ausgesetzt und können sich lokal anpassen. Diese Effekte können bei symbiotischen Organismen besonders stark ausgeprägt sein, weil diese sich zusätzlich noch lokal an ihre Symbionten anpassen. In unserem Projekt untersuchen wir lokale Anpassungen der Milbe Poecilochirus carabi, welche in Symbiose mit Totengräberkäfern der Gattung Nicrophorus lebt. Wir wollen dokumentieren, wie stark und in welchen Faktoren Populationen der Milben sich unterscheiden, und in wie fern die Merkmale der Populationen an Umweltbedingungen bzw. die Symbionten angepasst sind. Wir interessieren uns dabei besonders für die Entwicklungsgeschwindigkeit der Milben und wie sie Ihre potentiellen Wirte anhand deren Düften unterscheiden können. Das Projekt wird vom Innovationsfonds der Universität Freiburg und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

  • Nehring, V., Müller, J.K., Steinmetz, N. (2017) Phoretic Poecilochirus mites specialise on their burying beetle hosts. Ecol. Evol. 7: 10743–10751. doi: 10.1002/ece3.3591
  • Schedwill, P., Geiler, A.M., Nehring, V. (2018): Rapid adaptation in phoretic mite development time.  Sci. Rep. 16460.

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Altern bei Ameisen

Die meisten Lebewesen gehen einen Kompromiss zwischen Fortpflanzung und Langlebigkeit ein. Bei sozialen Insekten ist dieser Kompromiss aufgehoben: Königinnen legen viele Eier und leben in vielen Fällen über zehn Jahre lang, während Arbeiterinnen sich üblicherweise nicht fortpflanzen und trotzdem nur wenige Monate überleben. Diese Besonderheit kann uns helfen, die Modulation von Alterung an sich zu verstehen. Bisherige Studien konnten keine allgemeingültigen Regulatoren von Altern bei sozialen Insekten finden, vielleicht, weil unkontrollierte ökologische Variation eine Identifikation der verantwortlichen Mechanismen verhinderte. Wir wollen dieses Problem lösen, indem wir Altern bei Ameisen vergleichend untersuchen und für ökologische und phylogenetische Einflüsse kontrollieren. Wir interessieren uns besonders dafür, in wie weit die Möglichkeit von Arbeiterinnen, sich fortzupflanzen, die Lebenserwartung von Königinnen beeinflusst. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt mit Susanne Foitzik und Romain Libbrecht aus Mainz, im Rahmen der Forschergruppe FOR2281 (“Sociality and the reversal of the fecundity/longevity trade-off”), gefördert von der DFG.

 

 

Erkennung bei Blattschneiderameisen

Acromyrmex workers

Kommunikation ist ein wichtiges Mittel zur Koordination in Gruppen und Gesellschaften. Das ist nicht nur bei Menschen so, sondern auch bei sozialen Insekten: Bienen, Wespen, Ameisen und Termiten.

Ich untersuche die Kommunikation bei einer der auffälligsten Artengruppen der Neotropen: den Blattschneiderameisen. Kolonien dieser Arten können Millionen von Arbeitern umfassen, die in komplizierter aber fein abgestimmter Arbeitsteilung einen Pilz züchten, von dem sie sich ernähren. Mein besonderes Augenmerk gilt dem Erkennen von Eindringlingen zur Verteidigung des Nestes, und wie manche Eindringlinge, spezialisierte Sozialparasiten der Art Acromyrmex insinuator, die Erkennungssysteme ihrer Wirte (Acromyrmex echinatior) umgehen können. Für meine Forschung führe ich viele Verhaltensexperimente durch, oft gekoppelt mit genetischen und chemischen Analysen. Meine Projekte werden vom Deutschen Akademischen daad-logoAustauschdienst gefördert.

Nehring, V., Dani, F.R., Turillazzi, S., Bohn, H., Klass, K.-D.,  d’Ettorre, P. (2016): Chemical disguise of myrmecophilous cockroaches and its implications for understanding nestmate recognition mechanisms in leaf-cutting ants BMC Ecol. 16: 35. do: 10.1186/s12898-016-0089-5

Nehring, V., Dani, F.R., Turillazzi, S.; Boomsma, J.J., d’Ettorre, P. (2015): Integration strategies of a leaf-cutting ant social parasite. Anim. Behav. 108: 55-65. doi:10.1016/j.anbehav.2015.07.009

Larsen, J., Fouks, B., Bos, N., d’Ettorre, P., Nehring, V. (2014):  Variation in nestmate recognition ability among polymorphic leaf-cutting ant workers. J. Insect Physiol. 70, 59–66. doi:10.1016/j.jinsphys.2014.09.002

Nehring, V., Boomsma, J.J. & d’Ettorre, P. (2012): Wingless virgin queens assume helper roles in Acromyrmex leaf-cutting ants. Curr. Biol. 22: R671-R673. doi:10.1016/j.cub.2012.06.038 (press release)

Nehring, V., Evison, S.E.F, Santorelli, L.A., d’Ettorre, P. & Hughes, W.O.H. (2011): Kin-informative recognition cues in ants. Proc. R. Soc. Lond. B 278: 1942-1948. doi: 10.1098/rspb.2010.2295 (pdf | Presseerklärung)

Fouks, B., d’Ettorre, P. & Nehring, V. (2011): Brood adoption in the leaf-cutting ant Acromyrmex echinatior : Adaptation or recognition noise? Insect. Soc. 58: 479-485. doi: 10.1007/s00040-011-0167-9. (pdf)

Larsen, J., Fouks, B., Bos, N., d’Ettorre, P., Nehring, V. (2014):  Variation in nestmate recognition ability among polymorphic leaf-cutting ant workers. J. Insect Physiol. 70, 59–66. doi:10.1016/j.jinsphys.2014.09.002

Nehring, V., Dani, F.R., Turillazzi, S.; Boomsma, J.J.; d’Ettorre, P. (2015): Integration strategies of a leaf-cutting ant social parasite. Anim. Behav. 108: 55-65. doi:10.1016/j.anbehav.2015.07.009